Die Meinung der Hebamme: Sport in der Schwangerschaft

Die Meinung der Hebamme

Kürzlich habe ich Laura Venturi kennen gelernt, die als Hebamme im Krankenhaus in Forlì (Italien) arbeitet. Ich bat sie, ihr Leben ein wenig in Kontakt mit den zukünftigen Müttern zu erzählen, besonders wenn es um Sport in der Schwangerschaft geht. Was ist erlaubt und was nicht? 

Laura Venturi

Mein Name ist Laura und bin 30 Jahre alt. Ich wohne in Forlì und arbeite als Hebamme.

Im Thema der fünften Klasse schrieb ich, dass ich Hebamme sein wollte. Als ich aufgewachsen bin und nach ein paar Abenteuern kann ich heute endlich sagen, dass ich Hebamme bin.

Ich bin dem Leben zutiefst dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit habe, einzigartige Emotionen mit den Eltern zu erleben und ihnen in den ersten heiligen Momenten zu unterstützen. Mein größter Ehrgeiz ist, dass die neuen Mütter und neuen Väter, die ich auf diesem Weg begleiten kann, eine wunderbare Erinnerung von der Geburt haben.

Sport und richtige Ernährung stehen in engem Zusammenhang: stimmt es, dass man während der Schwangerschaft für zwei essen soll?

Mann muss nicht für zwei in der Schwangerschaft essen!

Gewichtszunahme sollte unter strenger Kontrolle gehalten werden: die Richtlinien zur physiologischen Schwangerschaft definieren es eine korrekte Gewichtszunahme, wenn sie die 10 -12 kg nicht überschreiten.

Übermäßige Gewichtszunahme könnte zu einigen Krankheiten wie Schwangerschaftsdiabetes führen oder es könnte ein Risikofaktor für eine ausgeprägte oder komplizierte Geburt sein. Es ist ratsam, eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Kohlenhydraten und Proteinen zu haben.  Es ist auch gut, kleine häufige Mahlzeiten pro Tag zu machen, um die Verdauung zu erleichtern und zu verbessern.

Was sind die Vorteile der sportlichen Aktivität für eine schwangere Frau?

In einer normal verlaufenden Schwangerschaft ohne spezielle Risikofaktoren profitiert sowohl Ihr körperliches als auch Ihr seelisches Wohlbefinden von Sport: Sie werden sicher weniger unter typischen Schwangerschaftsbeschwerden, wie z.B. Rückenschmerzen, leiden. Die Gewichtszunahme bleibt in einem angemessenen Rahmen und auch ein Schwangerschaftsdiabetes ist bei körperlicher Aktivität deutlich seltener.

Beschränken Sie sich aber möglichst auf Sportarten, die Ihren Körper nicht unnötig belasten. Die Schwangerschaft ist keine Zeit für Hochleistungssport, denn durch die jetzt ablaufenden Veränderungen arbeitet Ihr Körper sowieso schon auf Hochtouren. Die Herzfrequenz, der Blutdruck und auch die Blutmenge im Körper nehmen in der Schwangerschaft deutlich zu, der Pulsschlag ist daher deutlicher spürbar. Hochleistungs- und Ausdauersportlerinnen haben häufig etwas untergewichtige Neugeborene.

Sport für werdende Mütter

Die körperlichen Aktivitäten, die oben nicht erwähnt sind, sind erlaubt. Am meisten sind Wandern, Schwimmen, Pilates, Yoga, Aqua-Aerobic und freie Körperübungen empfohlen. Bevor du einen Sport während der Schwangerschaft beginnst, solltest du deine Hebamme oder Frauenarzt fragen. 

Was sagst du zu einer schwangeren Frau, die Sport treiben möchte?

Sport muss Spass machen. Du musst den Sport  genießen und nicht davon belastet werden. Höre immer auf deinen Körper zu: wenn es dich schmerzt, zwinge dich nicht. Wenn du es nicht genießt, versucht mit einem anderen Sport. Die gute Laune in der Schwangerschaft ist wichtig. Bewege dich, wie du es willst aber beweg dich und genieß jeden Moment deiner Schwangerschaft.

 

Möchtest du allen zukünftigen Müttern eine Nachricht hinterlassen?

Ich erinnere mich immer gerne daran, dass Mütter während der Geburt und Entbindung eine unglaubliche Kraft, von der man nicht wusste. Sei stolz auf dich selbst bist, als Mutter und als Frau. Versuche negative Gedanken zu vermeiden: Angst vor der Geburt ist der erste Grund von einer schmerzhafte  Geburt. 

 

Denk, dass die Geburt keine Tortur ist, sondern ein Abenteuer um dein Baby kennen zu lernen. Anna Wilde